RIOT BRIGADE – It’s Up To Us

RIOT BRIGADE sind zurück, bzw. waren ja nie weg. Nun kommt zu ihrem 10-jährigen Jubiläum eine EP mit 3 brandneuen Tracks auf CONCRETE JUNGLE RECORDS. „Golden Cage“, „So Much More“ und „Falling Statues“ heißen die Prachtstücke.
Es hat sich trotz einiger Besetzungswechsel zum letzten Longplayer nicht viel verändert, noch immer gehts gut nach vorne, noch immer sprühen sie vor Energie und die Refrains bleiben „catchy“. Es scheint sogar, als hätte RIOT BRIGADE durch neue Mitglieder und frischen Wind, noch eine Schippe draufgetan.
Der Slogan der EP könnte (und sollte) „politisch, kritisch, RIOT BRIGADE“ lauten. Es geht um Gentrifikation, die Unreflektiertheit der Punk/HC-Szene und Kolonialisierung – brandheiße Themen also.

Den (quasi) Titeltrack gibt es jetzt schon öffentlich zu hören! Auch auf ein paar der letzten Konzerten wurde er schon zum Besten gegeben und hat für betretenes „Auf-Den-Boden-Schauen“ bei manchen Beteiligten gesorgt, denn es wird eindeutig angesprochen, dass es nicht um Style, Rumgemackere und leere Phrasen innerhalb der „Szene“ geht, sondern dass es eben „So Much More“ als das gibt.

Am 25. Januar 2013 erscheint die EP als (auf 300 Stück limitierte) 7-Inch und als digitaler Download. Checkt einfach den CONCRETE JUNGLE-Shop!

LEIDKULTUR – For A Better World

Nach ihrer großartigen Debüt Platte sind LEIDKULTUR jetzt zurück mit 6 Songs auf dieser EP, aus dem Hause SPASTIC FANTASTIC RECORDS.
Auch wenn der Vergleich hinkt, erinnern mich die ersten Töne tatsächlich an SS-KALIERT, nur in cool, weiterhin würde ich vielleicht SCHIZOSTURM heranziehen (kennt die einer? Vielleicht gibts da Verstrickungen, die kommen ja aus dem gleichen Kaff!). Ansonsten halt geile Mischung aus Deutschpunk und 80er-Hardcore.
Die EP kommt im gesiebdruckten Aufklappcover mit allen Texten und Linernotes. (Standartmäßig schwarz, beim Label in lila und bei der Band in braun!)
Wie gesagt 6 Songs, wobei ich beim Ersten doch wegen der kruden Mischung aus deutsch und englisch, sehr schmunzeln musste. Schmunzeln aber auch wegen des Seitenhiebs auf STOMPER98 in eben jenem Song „Der Horst“ („Lass den Deckel zu und dann bleibt alles cool, von Göttingen bis Liverpool“). Generell sehr viele kluge Textstellen, deren Querverweise sich mir erst beim dritten oder vierten Mal bzw. nach Lesen der Linernotes, erschließen.
LEIDKULTUR haben was zu sagen und klingen dabei geil. Auf Internetpräsenz und Rumgepose wird nicht viel Wert gelegt, es gibt ein Blog auf dem alle Konzertdaten, ein paar News und die Debütscheibe zum Download stehen.

Reinhören könnt ihr hier auf bandcamp und kaufen hier!

HENRY FONDA / NIHIL BAXTER – Unicorns from Hell

Brandheiß auf dem Plattenteller [da ich vergessen habe, diesen Beitrag von „Entwurf“ auf „Veröffentlicht“ zu schalten, nicht mehr soooo brandheiß. Sorry!] liegt hier die Split-EP von HENRY FONDA und NIHIL BAXTER. Passend zum Titel fällt das Artwork aus – pink, Einhörner, umgedrehte Kreuze und „Satans-Sterne“. Hier wird der erste Punkt gesammelt!

Los gehts mit der FONDA-Seite. Erstmal bin ich mir unschlüssig, ob 33 oder 45 RPM, klingt beides „interessant“, bis ich es herausgefunden habe, ist die Seite aber auch schon abgespielt. Also nochmal. Haha!
Schönes Geballer auf jeden Fall, wie man es von den FONDAS eben gewöhnt ist. (Ich empfehle euch, NIEMALS „Henry Fonda“ bei Spotify einzugeben. Egal was passiert!) Textlich definitiv Champions-League: wie sich hier erstkolassig über die Medien, Homophobie, Religion, Lohnarbeit, Poserstylos und Konsum ausgekotzt wird und das auf einer einzigen 7-Inch-Seite, ist wirklich beachtenswert. Das schaffen andere Bands nicht in ihrer gesamten Diskographie.

Weiter gehts mit der BAXTER-Seite. Noch einen Zahn steiler, textlich noch ein bisschen geiler und bisschen augenzwinkernd: Da wird die eigene Band abgefeiert – sich mit Hipster-Städten angelegt, auf die man eigentlich nur neidisch ist – Kiffen glorifiziert – es gibt eine Hymne aufs Sprayen und auch von den BAXTERS bekommen Homophobe Arschgesichter ihr Fett weg!

Unterm Strich bleibt eine verdammt geile Split, die leider viel zu schnell vorrüber zieht. Während ich das hier schrieb, liefen beide Seiten jeweils 3 Mal und am heutigen Tag wohl schon 10 Mal insgesamt, weil ich nicht genug davon bekomme.
[Update 19.12.: Grade im derzeitigen „Weihnachtsstress“ kannste die Platte getrost mal wieder auflegen und dich ordentlich abreagieren!]

Auf jeden Fall kriegt ihr das geile Teil bei SPASTIC FANTASTIC für ’nen 4er [leider nur noch in schwarz, weil ich so lahm war]. Machen!

GOODBYE FAIRGROUND – Western Gold

Hui, das ist wohl die liebevollste Promo-Platte, die hier je bei uns reingeflattert ist, da hat sich Concrete Jungle Records definitiv nicht lumpen lassen, es stimmt einfach alles – schicke, limitierte 7-Inch-Platte mit liebevoll gestaltetem „Beipackzettel“.
Aber was steckt drin? GOODBYE FAIRGROUND (hier schonmal vorgestellt) kommen nicht etwa von Übersee, sondern wurden 2006 in Essen gegründet.
Ich hab die Platte zusammen mit einem Kumpel gehört und der meinte direkt: „Boah, die klingen ja mehr nach THE GASLIGHT ANTHEM, als THE GASLIGHT ANTHEM selbst.“, recht hat er. Die Einflüsse sind nicht zu überhören, dazu noch ein bisschen AGAINST ME! und stellenweise ein wenig ANTI-FLAG in der Stimme – was dabei aber rauskommt ist eine wunderbare Neuschöpfung. 2 Songs sind auf der EP und diese machen definitiv Bock auf mehr.

„Western Gold“ thematisiert laut Sänger Benjamin Bruns die Zeit zwischen Samstag Morgen und Samstag Nacht, in der einem noch die Drinks vom Vorabend in den Knochen stecken und man sich denkt: „Nie wieder! Was soll das? Heute bleibe ich zuhause!“ und abends findet man sich doch wieder an der Bar, zwischen wildfremden Menschen und trinkt sich die Bedeutungslosigkeit von der Seele.

Die Single erscheint am 8. Februar 2013 und am 29. März 2013 folgt dann das Album “ I Started With The Best Intentions“. Unbedingt im Auge behalten!

Links: band & label

KOTZREIZ 5000 facebook-Freunde

krDie drei Rüpelpunker aus Berlin haben die 5000 facebook-Freunde-Grenze geknackt und zum Dank prompt ein Lied komponiert, wie es nur aus ihrer Feder stammen kann. Wer es noch nicht getan hat, sollte unbedingt bei ihnen auf GEFÄLLT MIR drücken. Denn wer weiß schon, was uns bei 10.000 Fans erwartet?

Hier gibt es den Song:

GOODBYE FAIRGROUND neu auf CONCRETE JUNGLE RECORDS

gfGOODBYE FAIRGROUND sind eine junge Band aus Essen und machen Mucke, wie sie auch von der anderen Seite des großen Teichs kommen könnte. Einflüsse von AGAINST ME! und THE GASLIGHT ANTHEM sind sicher nicht von der Hand zu weisen.
Nun ist die Band auf dem Nürnberger „Indielabel“ CONCRETE JUNGLE gelandet. Die kostenlose 4-Track-EP mit Namen „We‘ve Come A Long Way“, die ihr über ihre facebook-Seite downloaden könnt, ist unbedingt zu empfehlen. Anfang 2013 soll dann ihre zweite LP auf ihrem neuen Label erscheinen.

Ihr solltet euch mal das folgende Video reinziehen, das macht auf jeden Fall Lust auf mehr! Eine Band, die man im Auge behalten sollte:

MAD SIN feuert Gitarristen Matt Voodoo

mattEin Auftritt bei „The Voice Of Germany“ wird Musiker Matt Voodoo nun zum Verhängnis.
Er hat sich ohne Wissen seiner Mitmusiker von MAD SIN bei der Sendung vorgestellt und ist sogar so weit gekommen, dass er es bis direkt in die Sendung geschafft hat. Nun haben Köfte und seine Mannen scheinbar doch Wind von der Sache bekommen und ihn aus der Band befördert. „Dass sich solche TV-Formate unter keinen umstaenden mit dem Selbstverständnis von MAD SIN vereinbaren lassen, dürfte jedem, der sich mal etwas intensiver mit uns beschäftigt hat, klar sein“ heißt es im Statement auf ihrer facebook-Seite. Und weiter: „Am Ende steht für uns fest, dass Matt sich MAD SIN nicht so verbunden fühlt, wie wir das angenommen haben.“ und „Wir distanzieren uns in vollem umfang von Matt Voodoo`s auftritt dort und saemtlichen tv formaten dieser art …
Nochmal,Wir sind Mad Sin und lassen uns von niemanden benutzen,verbiegen oder maßregeln….“.
Matt selbst schreibt auf seiner facebook-Präsenz: „It’s actually a drunken joke, a game for a laugh, that went way further than expected & seems to have gotten out of hand.“ und „I‘m not sorry for breaking some rules cause I‘ve never been a fan of rules in general, but I will apologize if I‘ve disappointed any fans of Mad Sin or myself.“.
MAD SIN befinden sich mitten in ihrer Tour und werden wohl die nächsten Shows noch mit Matt spielen, auch wenn laut Kommentar von Sänger Köfte schon „Guitar Auditions“ für die kommende Woche angesetzt sind.

Mein Senf dazu: Das hört sich alles ein bisschen nach Onkelz-Skinhead-Sprech an: „Wir lassen uns nicht verbiegen, wir halten die Fahne hoch“ – oh man, es ist eine gottverdammte TV-Show, kommt mal wieder ein bisschen klar. Wenn der Gute Bock drauf hat, soll er es machen.
Also, hockt euch mal alle schön vor den Fernseher und guckt heute Abend „The Voice Of Germany“! (Ich weiß leider nicht einmal, auf welchem Kanal die Scheiße läuft.)

Neues FRAU POTZ Video „Champagnerspion“

06.09.2012 – FRAU POTZ, WASS BASS und KRAFTKLUB im Magnet (Berlin)

Was für eine Tortur. Da erfährt man ein paar Tage zuvor, dass die wunderbare (sic!) FRAU POTZ mal wieder in der Stadt ist und einem wird direkt abgeraten dahin zu gehen, weil KRAFTKLUB dort einen sogenannten „Secret-Gig“ spielen. Nun gut, dachte ich, auf KRAFTKLUB-Publikum habe ich nur bedingt Bock, aber da ja eh „keiner“ weiß, dass die da spielen, kann man ja trotzdem mal vorbeischauen. Aber halt… Ich hab’s ja auch erfahren, obwohl ich es nichtmal wissen wollte, wie wird es denn dann anderen gehen? Auf meine Mails an Freunde, ob sie denn nicht auch Bock hätten kam dann immer wieder in etwa die gleiche Antwort: „Nee, ich kann nicht, ABER ich hab gehört KRAFTKLUB spielen“ oder „Nee, ich will nicht, WEIL ich hab gehört KRAFTKLUB spielen“. Nun gut…

potzVorm Magnet angekommen stehen auch die ersten Kids mit langen Gesichtern: „AUSVERKAUFT, Einlass nur über Gästeliste oder mit VVK-Tickets“, es scheint sich also doch herumgesprochen zu haben oder ist es donnerstags immer so voll im Magnet?! Egal. Dank der bezaubernden Valeska war ich relativ pünktlich drin (Danke nochmal!) und habe nur 2 Songs von FRAU POTZ verpasst. Es war für die relativ früher Spielzeit (20.30 Uhr) doch schon recht gut gefüllt, aber ausser zwei Tanzwütigen und 4-5 Mitwippenden wollte der Funke nicht besonders überspringen. Vielleicht nicht die besten Rahmenbedingungen für eine Band wie FRAU POTZ, zumindest wenn ich es mit dem Konzert Anfang des Jahres im about//blank vergleiche, wo man sich vor durchdrehenden Menschen kaum retten konnte. Doch die 3 nahmen es gelassen und bedankten sich artig, aber mit zwinkerndem Auge, bei Landstreicher Booking, dass „sie an diesem Abend sooo vielen ungesignten Newcomer-Bands die Chance geben, sich zu präsentieren“.
Das Konzert war wie immer eine starke Nummer, aber was erwartet man auch? Starkes Album, starke Band – alles dabei. Nur mit der Zugabe „Ach Heiner“ haben sie sich ein wenig verkalkuliert, alle haben drauf gewartet, die Band hat sich abgesprochen dieses Juwel bis zum Ende aufzuheben und dann… Durften sie keine Zugabe mehr spielen, weil es der Zeitplan nicht zugelassen hat. Verdammt schade!

Danach wurde auf dem anderen Floor irgendein Quatsch gemacht, der mich nicht interessiert hat. Also Getränk geholt und auf WASS BASS gewartet. Die hätte ich mir wohl unter normalen Umständen niemals reingezogen, aber wenn man schonmal da ist… Das einzige, was ich wusste, war, dass Nico von K.I.Z. dort mitmacht und der Drummer von WAR FROM A HARLOTS MOUTH dort an den Kesseln sitz. Klingt ja erstmal nicht verkehrt. Aber was dann ablief spottete jeglicher Erwartungshaltung meinerseits, mir fehlen immer noch die Worte um dieses Schauspiel zu beschreiben. War das irgendwie „Rave-Satire“? Keine Ahnung, aber geil war es auf alle Fälle. „VIP-Pass, 1000 Kilo Bass, 100.000 Menschen – alle klitschnass“ oder „Sex auf Toilette – Geil, geil, geil!“. Aus der Konserve irgendwie extrem langweilig, aber live, mit explodierendem Publikum – unfassbar.

kraftAuf dem anderen Floor wieder Quatsch und auf der Bühne dann Soundcheck. Mädels kommen zu den Securities „Hey, wer spielt denn jetzt hier“ – „So ’ne Band, die nennt sich Schmiedeeisen 6000″ – „Ah ok… Nie gehört“. Ich meinte so „Naja, die spielen auch sonst eher so Undergroundshows, aber sind sehr zu empfehlen“, die Mädels beäugen den komischen Punker und ziehen mit „Aha… na gut!“ von dannen. Trottel!
Irgendwann betritt dann der Drummer von KRAFTKLUB die Bühne und alle so „Hä? Ist das nicht…“ und das Gemurmel wird groß. Das Licht geht aus und alle anderen entern die Bühne und dann hat es auch der letzte begriffen, „die Gerüchte sind wahr“ und „blablabla“. KRAFTKLUB auf ’ner Clubshow, dass ich das noch erleben darf. Ich wollte sie ja schon gerne mal sehen, aber nicht in ’ner riesigen Halle oder auf irgendnem doofen Festival – also alles richtig gemacht. „Deine neue Lieblingsband“ haut natürlich von Beginn an sofort kompromisslos alles raus was geht und natürlich folgt Hit auf Hit und es ist immer wieder komisch, wie „Ich will nicht nach Berlin“ in eben dieser Stadt doch ankommt. Die Jungs haben sichtlich Spaß, scherzen mit dem Publikum „Anziehen, anziehen“ – „Nazi, Nazi? Hast du mich eben als Nazi bezeichnet?“, Situationskomik at its best! klub Und wenn K.I.Z. schon komplett am Start sind, wird eben auch noch der Song „Urlaub fürs Gehirn“ mit ihnen performt. Sänger Felix macht stagediving, erzählt von seinem ersten Konzert im Magnetclub vor 2 1/2 Jahren und mit 50 Zuschauern und das Publikum ist nicht zu halten. Verdient haben sie es sich allemal und egal, wie erfolgreich sie im Moment sind, das zeigt, dass sie schon wissen „wo sie herkommen“.
Das Set ist relativ kurz und knackig, alles dabei und zum Ende wird dann noch der Song „Fledermausmann“ mit Nico von K.I.Z. als Zugabe verwurschtet und alle sind glücklich!

MIRROR MONKEYS – Beware Of The Apes

MIRROR MONKEYS kommen aus Gießen und Marburg und machen verdammt geilen „Streetpunk“, wie man heutzutage sagt. Melodische Gitarren, grandiose Singalongs und Songs, die sich direkt beim ersten Hören im Gehörgang festsetzen.
Die EP gibt es seit vergangenem Freitag und ist mit knapp 50Cent pro Song absolut erschwinglich und quasi ein Pflichtkauf.
Irgendwo hab ich den Vergleich mit OXYMORON gelesen, keine Ahnung, ob man das so unterschreiben kann, aber ich finde Bands wie MIRROR MONKEYS und auch ARTIFICIAL EYES gehen grade auf ein paar eingestaubten und notwendigen Wegen und machen den explizit antifaschistischen Punkrock wieder ein wenig „salonfähiger“, schaden kann es nicht.

Aber nun alle folgende Links auschecken und sich selbst ein Bild machen:
http://mirrormonkeys.bandcamp.com/ (Oder auch iTunes, Amazon und so‘n Kram)
http://www.youtube.com/MirrorMonkeysTV