Archiv der Kategorie 'Reviews'

EASTSIDE BOYS – Irgendwas ist immer

Die EASTSIDE BOYS sind zurück, der Sächsischen Schweiz haben sie wohl endgültig den Rücken gekehrt und tanzen nun durch Friedrichshain, wie auch das erste Video »Kein Punk in deiner Stadt« deutlich zeigt. So weit so gut.
20 Jahre haben sie auf dem Buckel und seit dem letzten Album ist einiges an Zeit vergangen, das hört man der Musik zwar nicht an, denn die ist wie in alter ESB-Manier melodisch und eingängig, aber die Texte handeln zum Großteil von einer scheinbaren Ziellosigkeit zwischen den »Alten« und der neuen Punkrockgeneration. »Der Lack ist ab«, das geben sie in einem ihrer Texte selbst zu, das ist ehrlich und auch gut so. »Ich fühl‘ mich heute nicht united« schlägt in etwa in die gleiche Kerbe, unterschiedliches Verständnis von Punkrock. Irgendwie wirft das Album mehr Fragen auf, als dass es Antworten gibt. Klar, gibt es »keinen Punk in meiner Stadt«, denn die, die smart genug sind um das ändern zu können, ziehen weg und die, die übrig bleiben, verstehen einfach etwas anderes unter Punk. Das sieht man nicht zuletzt bei den BesucherInnen-Zahlen in den Clubs der Provinz. Und die »alten und großen« Bands spielen dann eben nur noch weniger Shows und zwar in den »Metropolen«, denn man will sich nicht die Blöße geben, seine kostbare Zeit zwischen Familie und Arbeit mit einem Konzert vor 27 Leuten zu verschwenden. Willst du was gelten, dann mach dich selten…

Da schneiden sich die EASTSIDE BOYS ein wenig in das eigene Fleisch, denn beschweren kann sich nur, wer es besser macht und das fernab von Wohlfühlkiezen wie Friedrichshain oder Connewitz. Im oben erwähnten Video finden sich einige Leute, die viel für die deutsche Oi- und Punkszene getan haben, »Alte Helden« für die neue Generation also, doch was kommt danach? Ein Album wie »Irgendwas ist immer« macht da nicht wirklich Mut. Klar, von niemandem wird verlangt, bis an das Ende seiner Tage für die Punkszene zu schuften und das haben erwähnte Bands auch zur Genüge getan, aber dann darf neuen »Leuten« auch nicht die Zukunft schwarz gemalt werden.

Nun habe ich so viel kritische Worte verloren, dabei finde ich die Platte, als langjähriger ESB-Fan gar nicht schlecht, wenn ich mich eben als Mittzwanziger nicht hier und da an den Texten stoßen würde, denn als aktives Mitglied der Punkrockszene fühle ich mich ziemlich in Sippenhaft genommen. Aber vielleicht sind solche Songs auch an eine andere Zielgruppe gerichtet oder ich habe alles falsch verstanden, ich weiß es nicht…

Auf den Punkt gebracht, ein solides Album, was neben den angesprochenen Themen, nicht viel Neues bringt, aber das soll es vermutlich auch gar nicht.

V.A. – Aggropunk Vol. III

Der dritte und letzte Teil der AGGROPUNK-Samplerreihe. Geil, aber schade. Eine der besten Samplerreihen findet ihr jähes Ende. Aber wenn Aggropunks gehen, dann mit einem Knall und der liegt hier vor mir.

Erster Song – erstes Lebenszeichen von TOXOPLASMA, unglaublicher Hit!
Direkt danach SLIME mit einer aktuellen Live-Aufnahme von „ACAB“. Geil. Da war ich dabei… Macht Spaß. Kann einiges.
Jetzt kommen ZSK, die sich ja im Internet in letzter Zeit durch dubiose „Gewinnspiele“ nicht grade Freunde gemacht haben. Der Song „Antifascista“ ist aber tatsächlich einer der besseren von deren aktueller Platte.
POPPERKLOPPER, „Mantel des Schweigens“ – Neuer Song, der nicht auf dem aktuellen Album ist. Fetter oho-Chor, wichtiges Thema. Bisher der Favorit des Samplers!
Juhu. Der letzte Song der TERRORGRUPPE endlich zum Anfassen für alle.
Dann ALARMSIGNAL, war ich nie Fan von, mag die Leute dafür umso mehr. Das Lied „Gefressen werden“ ist aber stark. Passt gut!
FEINE SAHNE FISCHFILET mit dem Song, den Manfred Dachner im Landtag Meck-Pomm zitiert hat. Würden Sie diese Menschen in ihr Wohnzimmer lassen? Klar. Und auf den Sampler sowieso!
Die nächste Band ist irgendwie immer an mir vorbeigegangen. THE IDIOTS, die erste Band, von der ich vorher noch nicht einen Song gehört hatte. Nicht meine Tasse Tee, aber sicher nicht schlecht – schön Aggro.
Hach. FRAU POTZ! Ich warte jeden Tag auf ein Comeback – „Brockenheim“ ist eins meiner Lieblingsstücke von ihnen.
Genauso gehts mir mit ABFUKK. Lieblingssong „Keine Kompromisse mehr“! Muss ich mal wieder live sehen.
Jetzt ARTLESS, nennt mich Kunstbanausen, aber auch die kannte ich vorher nicht. Vermutlich zurecht…
HYPAAKTIV+ greifen ein aktuelles Thema auf. „Grauzone“ macht Bock auf mehr!
Jetzt mein Geheimtipp des Samplers: MISSSTAND aus Österreich. Gute Freunde, geile Band, spitzenmäßiger Song!
Als nächstes stehen BAZOOKA CIRCUS auf dem Plan, die hab ich immer nur am Rande wahrgenommen, was ich just in diesem Moment bereue. Stark, stark, stark!
Die BerlinerInnen von JOHNNIE ROOK haben mit ihrem aktuellen Album ordentlich abgeliefert, so auch mit ihrem Song „Wenn ich dein Geld hätt‘“.
„Chaos“ von HASS, einmal live gesehen, war enttäuscht, von dem Song irgendwie auch. Nimmt dem Sampler irgendwie für einen Moment die Spritzigkeit.
Aber DIE EULE IM BART DES JUDAS macht das sofort wieder gut. Ich bin Fan. Megageil!
Was neues von KOTZREIZ. Endlich! Ein Cover der Zeltinger Band, könnte aber genauso gut aus ihrer eigenen Feder stammen. Erster Song, den ich nochmal auf Repeat höre.
KASSIERER. Erster Ton, ich skippe weiter. Ich kann sie einfach nicht leiden. Aber der Song wird sicher einigen gefallen, denn schließlich läuft er irgendwann auf JEDER Punk-Party.
Haha. NONSTOP STEREO, ich muss schon beim Titel „Charles Bier“ schmunzeln. Unglaublicher Hit. Vielen Dank, lieber Frank!
10 Songs to go: Oh nein, ZAUNPFAHL kommen mit ihrem Ohrwurm-Hit „Warum?“ um die Ecke. Ob ich den heute nochmal loswerde?
VEXATION mit einem Song, der fast 20 Jahre alt ist. Auch die kannte ich nicht, aber ich finds geil!
Jetzt kommen die SKATECHORDS, könnte irgendwie geil sein, isses aber nicht wirklich. Warum kann ich auch nicht genau sagen.
The Band formerly known as NAPOLEON DYNAMITE: NxD. Geil. DAS ist Aggropunk! Fickt euch alle!
Als nächstes THE BOTTROPS, da wird es immer den direkten Vergleich zur TERRORGRUPPE geben. Sehr sehr gutes Lied.
Bei den ROGERS weiß ich immer nicht, wie ich sie finden soll. Ein schmaler Grat zwischen „geil“ und „belangloser Rockmusik“. Der vorliegende Song „Wehrlos“ ist aber gut gewählt.
MARATHONMANN liefern dann das Gegenstück zu „belangloser Rockmusik“. Ob das Punk ist, weiß ich nicht. Aber belanglos ist es sicher nicht, vorallem nicht „Die Stadt gehört den Besten“.
An die FLIEHENDEN STÜRME kam ich nie so richtig heran, das ändert sich auch mit diesem Samplerbeitrag nicht. Ist RAMMSTEIN ohne rollendes R? Versteh ich nicht!
Vorletzter Song MASSENDEFEKT, gleiches Phänomen wie bei ROGERS, nur dass mir da die Entscheidung persönlich nicht so schwer fällt. Ich finds geil. Spätsommer-Hit.
Abgeschlossen wird der Sampler mit dem neusten und wohl „totestem“ Pferd im Stall von Aggressive Punk Produktionen SOCIETY KILLERS. Haha. Gefällt mir. Proberaumaufnahme! Yeah!

Als BONUS gibt es dann nochmal 20 Songs als kostenlosen Download obendrauf, mit Krachern wie EIGHT BALLS, DISCO//OSLO, AUF BEWÄHRUNG, SMALL TOWN RIOT und und und.

Fazit:
Bis auf 3-4 skipbare Songs echt nur geiler Scheiß drauf. Vermutlich der beste Teil der Reihe, was gar nicht so leicht ist, bei den grandiosen Vorgängern. UNBEDINGT auch die Bonus-Songs saugen und auf CD brennen, stehen dem „echten“ Sampler in nichts nach!

THE SOCIETY KILLERS – Society Killers

AGGRESSIVE PUNK PRODUKTIONEN graben in der Raritätenkiste und bringen am 18. Oktober die EP „Society Killers“ von THE SOCIETY KILLERS als limitierte 7-Inch und als digitalen Download auf den Markt.

THE SOCIETY KILLERS sind die Vorgängerband von SLIME, das allein sollte schon reichen, um sie mal auszuchecken. Auf der EP gibt es 4 angepisste Songs in unglaublicher Punkqualität. 1979 in Hamburg Jenfeld im 1-Kanal-Beuge-Verfahren aufgenommen, soll heißen: Kassettenrekorder in die Mitte des Proberaums gestellt und der Sänger drübergebeugt, damit man überhaupt was hört. Das ist geil. Das ist Punk.

Übrigens sind THE SOCIETY KILLERS auch mit einem Song auf dem AGGROPUNK VOL. III-Sampler vertreten.

THE HELL – You‘re listening to…

Hey… Psscht! Wollt ihr einen brandheißen Tipp haben, was derzeit in der UK-Hardcore-Szene abgeht? Bittesehr: THE HELL! Sind die GALLOWS seit dem Ausstieg der beiden Carter-Brüder nicht mehr das was sie waren? Das neue Projekt PURE LOVE it euch zu poppig? Dann schließen THE HELL nun genau diese Lücke.

Wenn man bis eben noch gut gelaunt und freundlich war, wird man nach dem Genuss des Albums zu einem angepissten aggressiven Wrack. 14 Songs, jede Strophe eine direkte Beleidigung, jeder Akkord ein Schlag in die Fresse.

Anhören: http://thehell.bandcamp.com/album/youre-listening-to-the-hell

ADOLESCENTS – Presumed Insolent

Die ADOLESCENTS sind länger im Geschäft, als die meisten von uns alt sind. Neben BLACK FLAG und MINOR THREAT vermutlich DIE Institution im Amerikanischen Skate-HC-Punk. 1979 schloßen sich Mitglieder von AGENT ORANGE und SOCIAL DISTORTION zusammen und gründeten die Band, 1981 erschien das selbstbetitelte Debüt. Diverse Besetzungswechsel, unzählige Veröffentlichungen und Touren um die halbe Welt zeichneten den Weg der Band.

Schon 2011 veröffentlichten sie auf dem Nürnberger Label CONCRETE JUNGLE ihr Album „The Fastest Kid Alive“ und auf der darauffolgenden Tour die EP „American Dogs Over Europe“ – nun sind sie zurück mit ihrem neuen Album „Presumed Insolent“. Das Album kommt als CD-Version, auf 1000 Stück limitierte blaue Vinyl-LP (mit Download-Code) und als digitaler Download auf den üblichen Portalen.

Von der ersten Sekunde an reißt die Scheibe mit dem typischen ADOLESCENTS-Sound mit, jedoch nicht als halbgarer Aufguss vom alten Erfolgsrezept, sondern erstaunlich frisch mit einigem an Ohrwurmpotential. Hier und da sind die Songs gewaltig poppig, aber sie verlieren nie die „Roots“ aus dem 80s-Hardcore aus den Augen. ADOLESCENTS kommen auf diesem Album ohne viel Spielerei aus, darum sind die meisten der Lieder nicht länger als 3 Minuten – klassische Punkrockhits also. Ich weiß nicht, ob der deutsche Sommer auf die Veröffentlichung des Songs „Forever Summer“ gewartet hat oder nicht, auf jeden Fall wird dieser einige laue Sommernächte begleiten und der Rest des Albums gleich mit.

Ab Freitag ist die Band übrigens auf Tour:
12.07.2013 GER-Berlin, SO36
14.07.2013 GER-Marburg, Cafe Trauma
15.07.2013 NL-Hengelo, Innocent
16.07.2013 B-Kortrijk, The Pit’s
17.07.2013 F-Lorient, le Galion
18.07.2013 F-Bordeaux, l‘Heretic
19.07.2013 F-Toulouse, le Seint des Seins
20.07.2013 F-Miramont de Guyenne, Festival Abracada ‚Sons
21.07.2013 F-Lyon, Warm Audio
22.07.2013 F-Paris, la Flèche d‘Or
23.07.2013 GER-Freiburg, Walfisch
24.07.2013 GER-München, Feierwerk
25.07.2013 GER-Nürnberg, K4
26.07.2013 SP-Badalona, Estraperlo Club
27.07.2013 GER-Regensburg, Jahninselfest
29.07.2013 I-Monza (Milan), FOA Boccaccio
31.07.2013 I-Acquaviva della Fonti (Bari), Oasi Sanmartino
01.08.2013 I-Cagliari (Sardinia), tba
03.08.2013 I-Portomaggiore (Ferrara), What is Rock Festival
07.08.2013 GER-Karlsruhe, Alte Hackerei
08.08.2013 NL-Eindhoven, The Rambler
09.08.2013 B-Ieper, Ieperfest
10.08.2013 UK-Newport, Le Pub
11.08.2013 UK-Blackpool, Rebellion Festivals
12.08.2013 UK-London, Underworld
13.08.2013 NL-Tilburg, Little Devil
14.08.2013 GER-Köln, MTC
15.08.2013 GER-Hamburg, Hafenklang
16.08.2013 GER-Stemwede, Stemweder Open Air
17.08.2013 GER-Rosswein, Jugendhaus

BACKSLIDE – A Dark And Blackened Night

Unglaublich aber wahr: BACKSLIDE aus Freiburg sind zurück! Damit hat wohl 10 Jahre nach ihrem letzten Album „Terror Age“ niemand mehr gerechnet.

Waren BACKSLIDE zu ihrer Anfangszeit quasi „Ikonen“ im Bereich des Streetpunks, kommen sie hier nun mit 12 melodiösen Songs um die Ecke, die in absolut keine Schublade passen. Punrkcok, Sleaze und Indie, ALKALINE TRIO, BACKYARD BABIES und sogar FOO FIGHTERS – so steht es im Infotext und das kann ich ohne weiteres abnicken! Was mir ausgesprochen gut gefällt, ist, dass die Band auch vor elektronischen Einflüssen nicht zurückschreckt und diese Elemente geschickt in ihre Songs einarbeitet, ohne dabei irgendwelche Brüche entstehen zu lassen. Produziert wurde die Scheibe Ex-REAMONN Mitglied Philipp Rauenbusch und der Sound muss sich nicht vor Vergleichen mit großen internationalen Acts scheuen.

Songs wie „Alright“ entwickeln sich schon beim ersten Mal Hören zum Hit (ich steh ja auf Chorgesänge auf fast alleinstehende Schlagzeugbeats und endlos wiederholte Refrains). „Separated“ weiß mit fettem Wechselgesang zu überzeugen und bohrt sich dadurch in die Gehörgänge. Dass BACKSLIDE auch ruhige und ernstere Töne anschlagen können, beweisen sie auf „Misery“ sehr gekonnt.
Insgesamte ist das Album sehr stark und abwechslungsreich – anders, als ich es nach 10 Jahren erwartet hätte, manchmal auch ziemlich poppig, aber dennoch auf ganzer Linie absolut überzeugend.

Das Album erscheint am 3. Mai auf CONCRETE JUNGLE RECORDS, als CD und digitaler Download. Zuschlagen!

THE GENERATORS – The Deconstruction Of Dreams

„Die Dekonstruierung von Träumen“ ist nun nicht grade der optimistischste Titel, mit dem THE GENERATORS sich nach ihrem eher durchschnittlichen Album „Last Of The Pariahs“ zurückmelden.

4 neue Songs und 2 Live-Titel finden sich auf dieser EP, die pünktlich zu ihrer Europa-Tour im Mai erscheinen wird. Den Song „Wrong Side Of The Tracks“, den das Label CONCRETE JUNGLE RECORDS vorab auf Soundcloud veröffentlicht hat, ist auch gleich DER Hit der Scheibe. (Dass der Titel auch gleichzeitig eine Mission bei „GTA – San Andreas“ KANN doch kein Zufall sein!)
Die Songs reihen sich fast zu einer Art Punkrock-Oper anneinander, eingängig, hochmelodiös und fett produziert – auch der erste der 2 Live-Songs ist qualitativ kaum vom Rest der Platte zu unterscheiden, ein wenig rumpeliger und roher, aber das weiß zu gefallen! Der letzte Song klingt dann fast, wie aus einem youtube-Video rausgeschnitten, bringt natürlich das Live-Feeling ganz gut rüber, aber hätte nicht sein müssen und trübt ein wenig den Genuss einer ansonsten spitzenmäßigen EP.

Kommt am 19. April als limitierte CD im Digipak, farbige-einseitig-bespielte 12-Inch und natürlich als digitaler Download.

BURNING LADY – Untill The Walls Fall

BURNING LADY? Jo! Neue Band aus Frankreich, die genau das macht, was das Cover und der Name verspricht – Streetpunk, in diesem Falle mit Frauengesang, was natürlich zwangsläufig an Bands wie DEADLINE oder DISTILLERS erinnert. Aber hier wird das ganze eben mit mehr „Härte“ und „Dreck“ dargeboten. Musikalisch gehts ein wenig in Richtung alte RANCID oder OXYMORON.

Auf ihrem Debütalbum „Until The Walls Fall“ gibt es 15 verdammt geile Streetpunk-Smasher, z.T. mit unglaublich sympathischen französischem Akzent im Gesang. Sängerin Sophie deckt dabei so ziemlich das gesamte gesangliche Spektrum von „liebreizend bis Reibeisen“ ab, was sehr zu gefallen weiß und ihr erstmal jemand nachmachen muss.
Laut einiger Berichte im Netz reißt das Quartett aus Frankreich live so ziemlich jede Bühne in Stücke. Ihre Songs haben auf jeden Fall das Potential.

Auch wenn Frankreich wohl bisher nicht wirklich ernstzunehmen war, was Punkrock angeht, kommt mit BURNING LADY nun eine Band, die sich ohne weiteres als „Hoffnung“ für die französische Szene bezeichnen lässt.
Das Album kommt als CD, digitaler Download und limitiertes farbiges Vinyl auf CONCRETE JUNGLE RECORDS.

MODERN PETS – Sorry. Thanks.

Wieder eine Platte, auf die ich echt lange gewartet habe. MODERN PETS sind nach unfassbar vielen Konzerten, der einen oder anderen EP endlich mit einem neuen Album zurück.

„Sorry. Thanks.“ erscheint am 3. Mai als CD und Download bei CONCRETE JUNGLE RECORDS und als LP auf P.TRASH RECORDS. Trotz Besetzungswechsel an der zweiten Gitarre: Zum Glück hat sich nix geändert, hab ich aber auch ehrlich gesagt nicht erwartet. Wer erwartet das auch von einer Band wie MODERN PETS?
Eventuell sind sie einfach NOCH melodischer geworden, bzw. technisch ausgefeilter, geilere Riffs und Gitarrensolis.

Nachwievor 77′er Punk auf so „halbgestimmten“ Gitarren, noch immer catchy Songs, noch immer sowas wie ADOLESCENTS oder BUZZCOCKS, noch immer mehrstimmiger Gesang, wo jeder der 4 Boys mal randarf. All‘ das direkt in die dreckigen Yuppieschnauzen.
Läuft gut durch die Scheibe, 23 Minuten und direkt wieder von vorne und 23 Minuten und wieder von vorne. Wird nicht langweilig! Leider habe ich nach mehrmaligem Hören (ausser dem vorab ausgekoppelten „Excessive“ und meinen persönlichen Favoriten „Access“ und dem leicht elektroorgel-experimentellen „I‘m Not A Brick“) noch keine wirklichen „Hits“ entdecken können, aber vielleicht liegt das daran, dass es einfach Hit an Hit ist oder so.

Die 10 Songs der Platte wurden nach Angaben der Band in unglaublichen 2 Tagen, unter der Aufsicht von Bretzel Göring (STEREO TOTAL) eingeprügelt, sowas kann man scheinbar als spitzenmäßig eingespielte Live-Band. Hört man auf jeden Fall nicht oder wenn doch, dann macht’s das Ganze nur noch authentischer.

Also ab 3.5. die Augen nach der CD/LP offen halten und ab dem 22.3. schonmal die EP (auf This Chearming Man) kaufen. Lohnt sich!

AFFENMESSERKAMPF – Doch

Geil. Ein Album, auf das ich schon lange gewartet hab. AFFENMESSERKAMPF haben ihre 2. LP am Start, der Nachfolger von „Seine Freunde kann man sich nicht aussuchen“ wird „Doch“ heißen und kommt Anfang März. AFFENMESSERKAMPF kommt aus Kiel, ist u.a. aus der Asche der wunderbaren TACKLEBERRY entstanden und macht, was man heute wohl „Postpunk“ nennt oder eben „deutschsprachigen Hardcore“, halt irgendwie TURBOSTAAT in geil oder sowas wie FRAU POTZ (das Label Narshadaa bringt noch ANTITAINMENT als Referenz an, naja).
„Doch“ gibt es jetzt schon bei bandcamp als Stream und eigentlich bin ich ja nicht so der Fan davon, ein Album schon vor der Veröffentlichung auf und ab zu hören, aber in diesem Fall konnte ich nicht anders.

Schon Songtitel wie „Ich so Typ: Romantischer Rebell“, „Ich lese nichts, aber höre alles“ und „Oi! Spaziergang“ wecken definitiv das Interesse. AFFENMESSERKAMPF erfinden sich auf dem zweiten Album nicht neu, was ich geil finde.
Ich weiß noch, als ich sie zusammen mit ROBINSON KRAUSE gesehen hab, wo ihre Setlist die Rückseite ihrer LP war und ihr Sänger wie angewurzelt am Mikrofon stand und trotzdem so eine unglaubliche Energie ausgestrahlt hat. Hat mich definitiv beeindruckt und so ist diese Platte auch: Sie drängt sich nicht auf, kein aufspielender Schnickschack, sondern das Gesamtpaket überzeugt.
Zeilen wie „Es geht mir guuut, wenn ich Fernsehen guuuck – Horror und Action, aber meistens Action. Dazu trage ich einen Partyhut, voll sympathisch, voll automatisch“ oder eben Songs wie „Ich lese nichts, aber höre alles.“ (Leute, die das sagen haben mich ehrlich schon IMMER aufgeregt!) lassen mich debil grinsend vor meiner Anlage sitzen. Das ist es, was ich an AFFENMESSERKAMPF liebe; diese sympathische Ironie in den Texten. So war es, so ist es, so wird es hoffentlich immer sein.
Also alles beim alten (nur halt besser!).

12 Songs, Vinyl, 8-seitiges Booklet, Downloadcode, vorbestellbar hier. Machen!