Archiv für Februar 2013

VANS WARPED TOUR in Europa

Im November kommt die legendäre VANS WARPED TOUR nach Europa. Nach dem großen Erfolg in London letztes Jahr, sind nun Konzerte in mehreren großen Städten in Großbrittanien, Deutschland, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz geplant.
Auf http://www.vanswarpedtoureurope.com/ könnt ihr eure 5 Wunschbands angeben und euch für den Newsletter eintragen.

TURBOSTAAT – Neues Album, neue Homepage


TURBOSTAAT haben heute verkündet, dass ihr neues Album „Stadt der Angst“ heißen wird und am 5.4. das Licht der Welt erblicken wird. Unter www.stadtderangst.de haben sie passend dazu eine neue Homepage geschaltet, die sich komplett mit dem Album befasst. Da wird es am 23.2. ein erstes Video und ab dem 28.2. den Song „Sohnemann Heinz“ (bekannt hierdurch) zum Download geben.
Schon findet ihr auf der Seite Albumteaser und Tourdaten.

Auch die Tracklist gibt es schon zu bewundern. Besonders freue ich mich auf den Song zu meinem Lieblingswort „Snervt“:

AFFENMESSERKAMPF – Doch

Geil. Ein Album, auf das ich schon lange gewartet hab. AFFENMESSERKAMPF haben ihre 2. LP am Start, der Nachfolger von „Seine Freunde kann man sich nicht aussuchen“ wird „Doch“ heißen und kommt Anfang März. AFFENMESSERKAMPF kommt aus Kiel, ist u.a. aus der Asche der wunderbaren TACKLEBERRY entstanden und macht, was man heute wohl „Postpunk“ nennt oder eben „deutschsprachigen Hardcore“, halt irgendwie TURBOSTAAT in geil oder sowas wie FRAU POTZ (das Label Narshadaa bringt noch ANTITAINMENT als Referenz an, naja).
„Doch“ gibt es jetzt schon bei bandcamp als Stream und eigentlich bin ich ja nicht so der Fan davon, ein Album schon vor der Veröffentlichung auf und ab zu hören, aber in diesem Fall konnte ich nicht anders.

Schon Songtitel wie „Ich so Typ: Romantischer Rebell“, „Ich lese nichts, aber höre alles“ und „Oi! Spaziergang“ wecken definitiv das Interesse. AFFENMESSERKAMPF erfinden sich auf dem zweiten Album nicht neu, was ich geil finde.
Ich weiß noch, als ich sie zusammen mit ROBINSON KRAUSE gesehen hab, wo ihre Setlist die Rückseite ihrer LP war und ihr Sänger wie angewurzelt am Mikrofon stand und trotzdem so eine unglaubliche Energie ausgestrahlt hat. Hat mich definitiv beeindruckt und so ist diese Platte auch: Sie drängt sich nicht auf, kein aufspielender Schnickschack, sondern das Gesamtpaket überzeugt.
Zeilen wie „Es geht mir guuut, wenn ich Fernsehen guuuck – Horror und Action, aber meistens Action. Dazu trage ich einen Partyhut, voll sympathisch, voll automatisch“ oder eben Songs wie „Ich lese nichts, aber höre alles.“ (Leute, die das sagen haben mich ehrlich schon IMMER aufgeregt!) lassen mich debil grinsend vor meiner Anlage sitzen. Das ist es, was ich an AFFENMESSERKAMPF liebe; diese sympathische Ironie in den Texten. So war es, so ist es, so wird es hoffentlich immer sein.
Also alles beim alten (nur halt besser!).

12 Songs, Vinyl, 8-seitiges Booklet, Downloadcode, vorbestellbar hier. Machen!

ROGERS – Faust hoch!

ROGERS (bzw. früher JOLLY ROGER) habe ich immer als den kleinen Bruder der Band MASSENDEFEKT wahrgenommen. Ich hab sie vor einem dreiviertel Jahr bei der CD-Release-Party von RADIO HAVANNA noch unter altem Namen live erlebt und war relativ angetan von ihnen.

Nun kommt ihre erste Veröffentlichung in Form einer EP im schicken Digipack auf dem Dortmunder Label PEOPLE LIKE YOU-Records, wo neben ROGERS auch Bands wie SLIME und BROILERS zuhause sind. Mit letzteren Teilen sie sich nicht nur die Postleitzahl, sondern der Einfluss von Sammy Amara und Co. ist für mich (und scheinbar auch andere Review-Schreiberlinge) deutlich zu hören. Auch MASSENDEFEKT-Anleihen findet die geneigte Zuhörerschaft an vielen Ecken. Ich mag beide Bands, darum finde ich das überhaupt nicht schlimm.

Was ich jedoch ankreiden muss, dass mir die Mucke und teilweise auch die Texte an manchen Stellen ein wenig stumpf, einfallslos und prollig daherkommen, vorallem wenn ich mir dazu im Gegensatz die Pressefotos betrachte, kann ich dem Ganzen wenig abgewinnen. Auch das Duett bei „Wie wir sind“ hätte meinetwegen nicht sein müssen, aber ich bin sowieso kein Balladen-Fan.

ROGERS gehen mit dieser EP aber auf jeden Fall den korrekten Weg der deutschsprachigen (Punk-)Rockmusik (ich sage bewusst nicht Deutschrock oder Deutschpunk, denn das ist es einfach nicht), kämpferische Songs wechseln sich mit Songs „über das Leben“ ab. Das gefällt und es sollte mehr solcher Bands geben!
Ich bin gespannt, was aus dem Hause ROGERS in naher Zukunft kommt und hoffe die Band arbeitet noch ein wenig am sogenannten „Alleinstellungsmerkmal“, wenigstens auf ihren Tonträgern, denn zumindest letztes Jahr im Mai hatte ich nicht das Gefühl, „eine weitere Band aus Düsseldorf“ vor mir zu haben, sondern eine geile, frische, neue Punkrock-Combo.

GOODBYE FAIRGROUND – I Started With The Best Intentions

Nach der (morgen erscheinenden – hier bestellen!) EP „Western Gold“, folgt nun das Album „I Started With The Best Intentions“ von GOODBYE FAIRGROUND auf Concrete Jungle Records.

Beim Artwork wurden, wie schon bei der EP, mal wieder keine Kosten und Mühen gescheut – die CD kommt im schicken Schub-Cover, in der Verpackung ist ein limitierter Aufkleber und das Booklet ist unglaublich edel designed. Das Auge hört mit.

Die 6-köpfige Band aus Essen liefert hier 15 Songs ab (11 auf dem regulären Album + 4 „CD-only“ Bonustracks), die sich nicht vor den „großen Vorbildern“ aus Übersee verstecken müssen. Man hört den deutlichen Einfluss von Bands wie THE GASLIGHT ANTHEM, AGAINST ME! und für meine Begriffe ein wenig THE LOVED ONES.

Textlich und thematisch bewegt sich Sänger Benjamin ein wenig zwischen „Teenage Angst“ und „Quarterlife Crisis“ – das Album ist als eine Art Konzeptalbum zu verstehen und zeichnet den Lebensweg eines fiktiven Charakters, der ein relativ normales, glückliches Leben führt und doch alles andere als zufrieden wirkt. Er bricht mit seinem Umfeld und begibt sich auf ein Abenteuer, steigt hoch auf und fällt tief, beschließt zurück in sein altes Leben zu kehren und findet dann nichts ausser Trümmern wieder – klingt alles ein wenig klischeebehaftet, doch GOODBYE FAIRGROUND schaffen es, den Spagat aus Storytelling und eigenen Erfahrungen zu machen und bringen die Songs ohne erhobenen Zeigefinger auf den Punkt.

Musikalisch wird man etwa ab Sekunde 7 des ersten Songs „Nails“ vom Hocker gerissen. Unglaubliches Zusammenspiel der Gitarren mit dem Rest der Band. Das Lied schließt mit den Worten „I‘ve seen so many places, but they don‘t feel like home.“. Eine Aussage, die wohl jeder ruhelose Mensch sofort unterschreiben kann. Darauf folgen die großartige Single „Western Gold“ und das unglaublich energetische „Crossing The Tan Line“ und das hymische „Elephant Graveyard“. Absolute Anspieltipps!
Ich erwische mich immer wieder, wie ich, die Texte lesend, vor meinem Radio sitze und immer mal wieder nicke. Denn GOODBYE FAIRGROUND schaffen es einfach verdammt gut, die Situation und die Unsicherheiten der heutigen Mitt-Zwanziger-Generation auf den Punkt zu bringen. Eine Generation, die überall ihre Finger im Spiel hat, sich am Liebsten überall gleichzeitig befinden würde, aber doch nirgendwo so wirklichen Anschluß findet. Klingt pathetisch, ist es vielleicht auch. Aber alles andere als platt, denn es sind Worte, die sicher einige seit Langem suchen und die Benjamin mit seiner Band hier gefunden haben.

Und, passenderweise, das pathetische Schlußwort: Ich sehe die Hörer dieses Albums schon vor mir – Stundenlang auf der Autobahn oder alleine mit einem Glas Wein auf der Couch oder knutschend im Regen. Für all das liefern GOODBYE FAIRGROUND den perfekten Soundtrack.

Das Album kommt am 29.3. im limitierten Digipack (mit erwähnten 4 Bonus-Songs), schickem weißen Vinyl und natürlich als digitale Version via itunes und Co. Ich kann es gar nicht erwarten, dass endlich auch alle Menschen um mich herum, dieses Prachtexemplar in den Händen halten können.