Archiv für Dezember 2012

RIOT BRIGADE – It’s Up To Us

RIOT BRIGADE sind zurück, bzw. waren ja nie weg. Nun kommt zu ihrem 10-jährigen Jubiläum eine EP mit 3 brandneuen Tracks auf CONCRETE JUNGLE RECORDS. „Golden Cage“, „So Much More“ und „Falling Statues“ heißen die Prachtstücke.
Es hat sich trotz einiger Besetzungswechsel zum letzten Longplayer nicht viel verändert, noch immer gehts gut nach vorne, noch immer sprühen sie vor Energie und die Refrains bleiben „catchy“. Es scheint sogar, als hätte RIOT BRIGADE durch neue Mitglieder und frischen Wind, noch eine Schippe draufgetan.
Der Slogan der EP könnte (und sollte) „politisch, kritisch, RIOT BRIGADE“ lauten. Es geht um Gentrifikation, die Unreflektiertheit der Punk/HC-Szene und Kolonialisierung – brandheiße Themen also.

Den (quasi) Titeltrack gibt es jetzt schon öffentlich zu hören! Auch auf ein paar der letzten Konzerten wurde er schon zum Besten gegeben und hat für betretenes „Auf-Den-Boden-Schauen“ bei manchen Beteiligten gesorgt, denn es wird eindeutig angesprochen, dass es nicht um Style, Rumgemackere und leere Phrasen innerhalb der „Szene“ geht, sondern dass es eben „So Much More“ als das gibt.

Am 25. Januar 2013 erscheint die EP als (auf 300 Stück limitierte) 7-Inch und als digitaler Download. Checkt einfach den CONCRETE JUNGLE-Shop!

LEIDKULTUR – For A Better World

Nach ihrer großartigen Debüt Platte sind LEIDKULTUR jetzt zurück mit 6 Songs auf dieser EP, aus dem Hause SPASTIC FANTASTIC RECORDS.
Auch wenn der Vergleich hinkt, erinnern mich die ersten Töne tatsächlich an SS-KALIERT, nur in cool, weiterhin würde ich vielleicht SCHIZOSTURM heranziehen (kennt die einer? Vielleicht gibts da Verstrickungen, die kommen ja aus dem gleichen Kaff!). Ansonsten halt geile Mischung aus Deutschpunk und 80er-Hardcore.
Die EP kommt im gesiebdruckten Aufklappcover mit allen Texten und Linernotes. (Standartmäßig schwarz, beim Label in lila und bei der Band in braun!)
Wie gesagt 6 Songs, wobei ich beim Ersten doch wegen der kruden Mischung aus deutsch und englisch, sehr schmunzeln musste. Schmunzeln aber auch wegen des Seitenhiebs auf STOMPER98 in eben jenem Song „Der Horst“ („Lass den Deckel zu und dann bleibt alles cool, von Göttingen bis Liverpool“). Generell sehr viele kluge Textstellen, deren Querverweise sich mir erst beim dritten oder vierten Mal bzw. nach Lesen der Linernotes, erschließen.
LEIDKULTUR haben was zu sagen und klingen dabei geil. Auf Internetpräsenz und Rumgepose wird nicht viel Wert gelegt, es gibt ein Blog auf dem alle Konzertdaten, ein paar News und die Debütscheibe zum Download stehen.

Reinhören könnt ihr hier auf bandcamp und kaufen hier!

HENRY FONDA / NIHIL BAXTER – Unicorns from Hell

Brandheiß auf dem Plattenteller [da ich vergessen habe, diesen Beitrag von „Entwurf“ auf „Veröffentlicht“ zu schalten, nicht mehr soooo brandheiß. Sorry!] liegt hier die Split-EP von HENRY FONDA und NIHIL BAXTER. Passend zum Titel fällt das Artwork aus – pink, Einhörner, umgedrehte Kreuze und „Satans-Sterne“. Hier wird der erste Punkt gesammelt!

Los gehts mit der FONDA-Seite. Erstmal bin ich mir unschlüssig, ob 33 oder 45 RPM, klingt beides „interessant“, bis ich es herausgefunden habe, ist die Seite aber auch schon abgespielt. Also nochmal. Haha!
Schönes Geballer auf jeden Fall, wie man es von den FONDAS eben gewöhnt ist. (Ich empfehle euch, NIEMALS „Henry Fonda“ bei Spotify einzugeben. Egal was passiert!) Textlich definitiv Champions-League: wie sich hier erstkolassig über die Medien, Homophobie, Religion, Lohnarbeit, Poserstylos und Konsum ausgekotzt wird und das auf einer einzigen 7-Inch-Seite, ist wirklich beachtenswert. Das schaffen andere Bands nicht in ihrer gesamten Diskographie.

Weiter gehts mit der BAXTER-Seite. Noch einen Zahn steiler, textlich noch ein bisschen geiler und bisschen augenzwinkernd: Da wird die eigene Band abgefeiert – sich mit Hipster-Städten angelegt, auf die man eigentlich nur neidisch ist – Kiffen glorifiziert – es gibt eine Hymne aufs Sprayen und auch von den BAXTERS bekommen Homophobe Arschgesichter ihr Fett weg!

Unterm Strich bleibt eine verdammt geile Split, die leider viel zu schnell vorrüber zieht. Während ich das hier schrieb, liefen beide Seiten jeweils 3 Mal und am heutigen Tag wohl schon 10 Mal insgesamt, weil ich nicht genug davon bekomme.
[Update 19.12.: Grade im derzeitigen „Weihnachtsstress“ kannste die Platte getrost mal wieder auflegen und dich ordentlich abreagieren!]

Auf jeden Fall kriegt ihr das geile Teil bei SPASTIC FANTASTIC für ’nen 4er [leider nur noch in schwarz, weil ich so lahm war]. Machen!

GOODBYE FAIRGROUND – Western Gold

Hui, das ist wohl die liebevollste Promo-Platte, die hier je bei uns reingeflattert ist, da hat sich Concrete Jungle Records definitiv nicht lumpen lassen, es stimmt einfach alles – schicke, limitierte 7-Inch-Platte mit liebevoll gestaltetem „Beipackzettel“.
Aber was steckt drin? GOODBYE FAIRGROUND (hier schonmal vorgestellt) kommen nicht etwa von Übersee, sondern wurden 2006 in Essen gegründet.
Ich hab die Platte zusammen mit einem Kumpel gehört und der meinte direkt: „Boah, die klingen ja mehr nach THE GASLIGHT ANTHEM, als THE GASLIGHT ANTHEM selbst.“, recht hat er. Die Einflüsse sind nicht zu überhören, dazu noch ein bisschen AGAINST ME! und stellenweise ein wenig ANTI-FLAG in der Stimme – was dabei aber rauskommt ist eine wunderbare Neuschöpfung. 2 Songs sind auf der EP und diese machen definitiv Bock auf mehr.

„Western Gold“ thematisiert laut Sänger Benjamin Bruns die Zeit zwischen Samstag Morgen und Samstag Nacht, in der einem noch die Drinks vom Vorabend in den Knochen stecken und man sich denkt: „Nie wieder! Was soll das? Heute bleibe ich zuhause!“ und abends findet man sich doch wieder an der Bar, zwischen wildfremden Menschen und trinkt sich die Bedeutungslosigkeit von der Seele.

Die Single erscheint am 8. Februar 2013 und am 29. März 2013 folgt dann das Album “ I Started With The Best Intentions“. Unbedingt im Auge behalten!

Links: band & label