Archiv für September 2012

Neues FRAU POTZ Video „Champagnerspion“

06.09.2012 – FRAU POTZ, WASS BASS und KRAFTKLUB im Magnet (Berlin)

Was für eine Tortur. Da erfährt man ein paar Tage zuvor, dass die wunderbare (sic!) FRAU POTZ mal wieder in der Stadt ist und einem wird direkt abgeraten dahin zu gehen, weil KRAFTKLUB dort einen sogenannten „Secret-Gig“ spielen. Nun gut, dachte ich, auf KRAFTKLUB-Publikum habe ich nur bedingt Bock, aber da ja eh „keiner“ weiß, dass die da spielen, kann man ja trotzdem mal vorbeischauen. Aber halt… Ich hab’s ja auch erfahren, obwohl ich es nichtmal wissen wollte, wie wird es denn dann anderen gehen? Auf meine Mails an Freunde, ob sie denn nicht auch Bock hätten kam dann immer wieder in etwa die gleiche Antwort: „Nee, ich kann nicht, ABER ich hab gehört KRAFTKLUB spielen“ oder „Nee, ich will nicht, WEIL ich hab gehört KRAFTKLUB spielen“. Nun gut…

potzVorm Magnet angekommen stehen auch die ersten Kids mit langen Gesichtern: „AUSVERKAUFT, Einlass nur über Gästeliste oder mit VVK-Tickets“, es scheint sich also doch herumgesprochen zu haben oder ist es donnerstags immer so voll im Magnet?! Egal. Dank der bezaubernden Valeska war ich relativ pünktlich drin (Danke nochmal!) und habe nur 2 Songs von FRAU POTZ verpasst. Es war für die relativ früher Spielzeit (20.30 Uhr) doch schon recht gut gefüllt, aber ausser zwei Tanzwütigen und 4-5 Mitwippenden wollte der Funke nicht besonders überspringen. Vielleicht nicht die besten Rahmenbedingungen für eine Band wie FRAU POTZ, zumindest wenn ich es mit dem Konzert Anfang des Jahres im about//blank vergleiche, wo man sich vor durchdrehenden Menschen kaum retten konnte. Doch die 3 nahmen es gelassen und bedankten sich artig, aber mit zwinkerndem Auge, bei Landstreicher Booking, dass „sie an diesem Abend sooo vielen ungesignten Newcomer-Bands die Chance geben, sich zu präsentieren“.
Das Konzert war wie immer eine starke Nummer, aber was erwartet man auch? Starkes Album, starke Band – alles dabei. Nur mit der Zugabe „Ach Heiner“ haben sie sich ein wenig verkalkuliert, alle haben drauf gewartet, die Band hat sich abgesprochen dieses Juwel bis zum Ende aufzuheben und dann… Durften sie keine Zugabe mehr spielen, weil es der Zeitplan nicht zugelassen hat. Verdammt schade!

Danach wurde auf dem anderen Floor irgendein Quatsch gemacht, der mich nicht interessiert hat. Also Getränk geholt und auf WASS BASS gewartet. Die hätte ich mir wohl unter normalen Umständen niemals reingezogen, aber wenn man schonmal da ist… Das einzige, was ich wusste, war, dass Nico von K.I.Z. dort mitmacht und der Drummer von WAR FROM A HARLOTS MOUTH dort an den Kesseln sitz. Klingt ja erstmal nicht verkehrt. Aber was dann ablief spottete jeglicher Erwartungshaltung meinerseits, mir fehlen immer noch die Worte um dieses Schauspiel zu beschreiben. War das irgendwie „Rave-Satire“? Keine Ahnung, aber geil war es auf alle Fälle. „VIP-Pass, 1000 Kilo Bass, 100.000 Menschen – alle klitschnass“ oder „Sex auf Toilette – Geil, geil, geil!“. Aus der Konserve irgendwie extrem langweilig, aber live, mit explodierendem Publikum – unfassbar.

kraftAuf dem anderen Floor wieder Quatsch und auf der Bühne dann Soundcheck. Mädels kommen zu den Securities „Hey, wer spielt denn jetzt hier“ – „So ’ne Band, die nennt sich Schmiedeeisen 6000″ – „Ah ok… Nie gehört“. Ich meinte so „Naja, die spielen auch sonst eher so Undergroundshows, aber sind sehr zu empfehlen“, die Mädels beäugen den komischen Punker und ziehen mit „Aha… na gut!“ von dannen. Trottel!
Irgendwann betritt dann der Drummer von KRAFTKLUB die Bühne und alle so „Hä? Ist das nicht…“ und das Gemurmel wird groß. Das Licht geht aus und alle anderen entern die Bühne und dann hat es auch der letzte begriffen, „die Gerüchte sind wahr“ und „blablabla“. KRAFTKLUB auf ’ner Clubshow, dass ich das noch erleben darf. Ich wollte sie ja schon gerne mal sehen, aber nicht in ’ner riesigen Halle oder auf irgendnem doofen Festival – also alles richtig gemacht. „Deine neue Lieblingsband“ haut natürlich von Beginn an sofort kompromisslos alles raus was geht und natürlich folgt Hit auf Hit und es ist immer wieder komisch, wie „Ich will nicht nach Berlin“ in eben dieser Stadt doch ankommt. Die Jungs haben sichtlich Spaß, scherzen mit dem Publikum „Anziehen, anziehen“ – „Nazi, Nazi? Hast du mich eben als Nazi bezeichnet?“, Situationskomik at its best! klub Und wenn K.I.Z. schon komplett am Start sind, wird eben auch noch der Song „Urlaub fürs Gehirn“ mit ihnen performt. Sänger Felix macht stagediving, erzählt von seinem ersten Konzert im Magnetclub vor 2 1/2 Jahren und mit 50 Zuschauern und das Publikum ist nicht zu halten. Verdient haben sie es sich allemal und egal, wie erfolgreich sie im Moment sind, das zeigt, dass sie schon wissen „wo sie herkommen“.
Das Set ist relativ kurz und knackig, alles dabei und zum Ende wird dann noch der Song „Fledermausmann“ mit Nico von K.I.Z. als Zugabe verwurschtet und alle sind glücklich!

MIRROR MONKEYS – Beware Of The Apes

MIRROR MONKEYS kommen aus Gießen und Marburg und machen verdammt geilen „Streetpunk“, wie man heutzutage sagt. Melodische Gitarren, grandiose Singalongs und Songs, die sich direkt beim ersten Hören im Gehörgang festsetzen.
Die EP gibt es seit vergangenem Freitag und ist mit knapp 50Cent pro Song absolut erschwinglich und quasi ein Pflichtkauf.
Irgendwo hab ich den Vergleich mit OXYMORON gelesen, keine Ahnung, ob man das so unterschreiben kann, aber ich finde Bands wie MIRROR MONKEYS und auch ARTIFICIAL EYES gehen grade auf ein paar eingestaubten und notwendigen Wegen und machen den explizit antifaschistischen Punkrock wieder ein wenig „salonfähiger“, schaden kann es nicht.

Aber nun alle folgende Links auschecken und sich selbst ein Bild machen:
http://mirrormonkeys.bandcamp.com/ (Oder auch iTunes, Amazon und so‘n Kram)
http://www.youtube.com/MirrorMonkeysTV

Neues KOTZREIZ Video „Montag Scheißtag!“

Das Album „Punk bleibt Punk“ kommt am 14.09.2012!